Der Untertitel des Buches von Andreas Meile «Mein Weg als Medium und die Botschaften Verstorbener» gibt schon einen gewissen Überblick über den Inhalt. Im ersten Kapitel geht Andreas auf die Geschichte des Spiritismus/Spirtualismus ein. Hier steckt auch der einzige Kritikpunkt, den ich anzubringen habe: Andreas benützt die beiden Wörter mehr oder weniger gleichbedeutend, dabei gibt es – zumindest meiner Meinung nach – eine klare Unterscheidung zwischen dem «Spiritualismus», wie er in englischsprachigen Kirchen als Religion ausgeübt wird, und dem «Spiritismus», wie ihn vor allem die Anhänger von Allan Kardec meist in romanischsprachigen Ländern wie Frankreich oder Brasilien verstehen.
Sodann berichtet Andreas über einige Medien, die für seine persönliche Entwicklung massgebend waren. Immer wieder betont er, wie wichtig ihm eine verantwortungsvolle mediale Arbeit ist. «Sie ist eine Wirklichkeit, in der Trost, Sinn und Hoffnung erfahrbar werden. Denn Transzendenz bedeutet für mich keine Flucht aus der Wirklichkeit, sondern eine Erweiterung derselben – ein leises Erinnern daran, dass das Leben mehr umfasst, als wir mit unseren Sinnen begreifen können.» (S. 38)
Später beschreibt Andreas, wie er selbst zur Medialität fand. Sie wurde ihm nicht in die Wiege gelegt, sondern er musste sie Schritt für Schritt entwickeln. «Talent bedeutet für mich nicht einfach, dass man etwas kann. Der eigentliche Kern liegt vielmehr darin, dass man bereit ist, für ein Thema, das einen wirklich interessiert, ausserordentliches zu leisten. Daraus entsteht mit der Zeit die Fachlichkeit.» (S. 63)
Was mir besonders gefällt an seinem Buch sind die Beschreibungen von Mitteilungen aus dem Jenseits. Andreas zeigt auf, dass es nicht die spektakulären «Wow-Mittelungen» sind, die einen guten Kontakt kennzeichnen, sondern die subtilen Details aus dem Alltag, die den Angehörigen klar machen, dass da eine jenseitige Person spricht, die sie kennen, und die sie offenbar auch weiterhin aus dem Jenseits begleitet. Für unbeteiligte Zuhörer mögen solche Aussagen trivial und unwichtig erscheinen, für die Beteiligten sind es aber oft tief berührende und überzeugende Mitteilungen.
Dass solche subjektiven Erlebnisse wissenschaftlich kaum erfassbar sind, macht Andreas auch deutlich. So wünschenswert es wäre, die Vorgänge bei Jenseitskontakten mit wissenschaftlichen Mitteln zu erforschen, stossen wir dabei doch an Grenzen unseres Wissens, denn schon mit der Frage, was denn Bewusstsein eigentlich sei und ob es unabhängig von einem lebenden Körper existieren könnte, sind auch moderne Neurowissenschaftler überfordert. Andreas beruft sich da auf die Unvollständigkeitssätze des österreich-amerikanischen Logikers und Mathematikers Kurt Gödel.
Zum Schluss erklärt Andreas, wie er die «nachweisführende Medialität» handhabt, und wie auf diese Weise eine neue Form der Gewissheit entsteht: «etwas, das das Herz erkennt, bevor der Verstand es begreift.» (S. 183) Das führt ihn zum Schluss dazu, keine Angst vor dem Tod zu haben, sondern - wenn seine Zeit gekommen ist - mit Vertrauen weiterzugehen in die nächste Welt. «Vielleicht ist das die menschlichste aller Wahrheiten, dass Abschied und Wiedersehen manchmal nur einen Hauch voneinander entfernt liegen.» (S. 186)
Weil uns diese Botschaft auch am Herzen liegt, veranstalten wir immer wieder öffentliche Demonstrationen mit Medien, die in diesem Sinne arbeiten. Es hilft, eine gute Energie aufzubauen, wenn zahlreiche interessierte Menschen teilnehmen. Komm deshalb doch auch an diese Abende und bring noch neue Freunde mit!
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Matthias Güldenstein